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Pressemeldung

Ein Jahr vor der Bundestagswahl: Was können wir Apotheker von der Schwarz-gelben Regierung noch erwarten?

23. April 2012

„Die Tradition des Sächsischen Apothekertages begann 2003 in Dresden und in den vergangenen zehn Jahren haben die Apotheker eine Menge Entwicklungen und Unwägbarkeiten hinter sich gelassen.“, brachte Dr. Frank Bendas vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz in seinem Grußwort zum diesjährigen Sächsischen Apothekertag die aktuelle Situation und auch Gemütslage der Apotheker auf den Punkt. „Apotheken sind Gewerbebetriebe, das stimmt. Jedoch sind sie vordergründig für das Gemeinwohl zuständig. Das wird von der Politik immer häufiger falsch eingeschätzt und gewichtet“ so Bendas weiter.


250 Apothekerinnen und Apotheker, pharmazeutisches Fachpersonal sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik waren an diesem Wochenende zum politisch-pharmazeutischen Fachkongress nach Bautzen gekommen. Unter anderem auch, um ein Jahr vor der Bundestagswahl zu fragen: “Was können wir Apotheker von der Schwarz-Gelben Regierung noch erwarten?“ Rede und Antwort standen in der gleichnamigen Podiumsdiskussion am Samstagvormittag die Mitglieder des Deutschen Bundestages Maria Michalk (CDU) und Dr. Marlies Volkmer (SPD), die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag, Kristin Schütz, sowie die Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes, Monika Koch.


Doch das Vertrauen in die aktuelle Regierung ist sichtlich gebrochen. 20-25 Prozent weniger Einkommen hat die sächsische Durchschnittsapotheke durch die Maßnahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes, kurz AMNOG zu verkraften. Während bei anderen Leistungserbringern lediglich der Zuwachs gebremst worden sei, sei den Apothekern „richtig etwas weggenommen“ worden, so Monika Koch. „Wir hätten nicht erwartet, dass die aktuelle Regierung diese Beschneidung bei uns Apothekern, in bislang noch nie da gewesenem Ausmaß, durchführt“. Käme es zur drohenden Inflation, seien die Apotheken „innerhalb weniger Monate in Gänze gefährdet“. Vom gut verdienenden Apotheker kann mittlerweile längst keine Rede mehr sein.

Die Schwarz-Gelbe Regierung hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich gezeigt, dass sie die Leistungen der Apotheker überhaupt nicht anerkennt. Die Apotheker erwarten deshalb eine Anpassung ihrer Honorare. Beispielsweise müssen besondere Leistungen wie Nacht- und Notdienste angemessen bezahlt werden. „Es kann nicht sein, dass eine Apotheke die gesamte Nacht Personalkosten hat und gerade einmal  2,50 Euro pro Rezept Aufwandsentschädigung erhält. Bei drei Patienten in der Nacht ist dieser Aufwand für uns nicht länger realisierbar“, so Koch. Noch vor der nächsten Bundestagswahl fordern die Apotheker deshalb klare Signale. „Wir warten nicht auf Wahlprogramme. Wir wollen jetzt noch etwas haben.“

Ein Fazit des 10. Sächsischen Apothekertages: Die Schwarz-Gelbe Regierung macht die Debatte über die aktuelle wie auch zukünftige Gestaltung der Gesundheitsversorgung immer mehr zu einer rein wirtschaftlichen Auseinandersetzung, in welcher das Wohl des Patienten schon seit längerer Zeit nicht mehr im Vordergrund zu stehen scheint.    

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