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Pressemeldung

Pharmazie an der Uni Leipzig – Silberstreif am Horizont

22. Mai 2014

Die Zukunft des Pharmazeutischen Institutes an der Uni Leipzig ist noch immer ungewiss, dennoch gibt es einen Silberstreif am Horizont. Der sachsenweit einzige  Studiengang Pharmazie soll im Rahmen einer mitteldeutschen Verbundlösung erhalten bleiben. In Leipzig vorhandene Kapazitäten, sprich Laborplätze und Lehrstühle, sollen dabei in vollem Umfang genutzt werden.

Wie besagte Verbundlösung mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Friedrich-Schiller-Universität Jena in der Praxis aussehen soll, dazu konnten Peter Lönnecke vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie Prof. Dr. Günther Schneider (CDU), Mitglied des Sächsischen Landtages, bislang keine Aussagen machen.

Die Sächsische Landesapothekerkammer (SLAK) und der Sächsische Apothekerverband (SAV) hatten  vergangene Woche zum gesundheitspolitischen Gespräch geladen, um über Lösungen zum Erhalt des Studiengangs Pharmazie zu diskutieren. Neben Lönnecke und Schneider waren der Einladung weiterhin  gefolgt: Holger Mann (MdL), hochschulpolitischer Sprecher der SPD; Norbert Bläsner (MdL), bildungspolitischer Sprecher der FDP; Markus Bauer, Geschäftsführer von APOGEPHA sowie Dr. Holger Knoth vom Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker e. V.

Nachdem der Antrag des Rektorates, den Staatsexamensstudiengang an der Univer- sität Leipzig  aufzuheben vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz kategorisch abgelehnt wurde, verfolgt Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking nun anscheinend eine neue Strategie. Mittlerweile drei vorwiegend altersbedingt frei gewordene Lehrstühle werden kurzer Hand nicht neu besetzt, um die von der sächsischen Regierung geforderten Einsparungen auf diesem Weg zu realisieren.

Entsprechend geringer fallen die Kapazitätsberechnungen für mögliche Immatrikulationen aus. Zum aktuellen Wintersemester wurden lediglich 36 Studenten zugelassen, elf weniger als im Vorjahr ─ obwohl die Uni über sechzig hoch moderne Laborarbeitsplätze verfügt, die erst vor wenigen Jahren durch  Steuergelder mit viel Aufwand aufgerüstet wurden. Demnach wird die Ausbildung auf Sparflamme weiter geführt und ist nicht annähernd bedarfsdeckend. „Im Hinblick auf den Fachkräftebedarf ist dieses Vorgehen nicht vertretbar“, kritisiert Holger Mann.

„Der derzeitige Stand ist nicht befriedigend“, so Günther Schneider. „Es findet ein Schwarzer Peter-Spiel statt, welches auf dem Rücken der Studenten und der Lehrkräfte ausgetragen wird.“ Der Ball liegt nunmehr im Spielfeld der Universität, denn diese hatte Anfang des Jahres eine Zielvereinbarung unterschrieben, welche die Abstimmung zur Pharmazie mit den Universitäten Halle und Jena vorsieht, „zur Unterstützung des Profilschärfungsprozesses der Universität Leipzig“, wie es in der Vereinbarung recht nebulös heißt. Wie schnell und vor allem wie zielführend diese Abstimmung stattfindet, hängt allein vom Willen des Leipziger Rektorates ab.

„Wir nehmen die Strategie des Aushungerns nicht weiter hin, die Verhandlungen dürfen keine fünf Jahre andauern“, fordert Monika Koch, Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes. „Sollte es tatsächlich eine Verbundlösung geben, müssen daraus mindestens sechzig Approbationen pro Jahr in Leipzig hervorgehen“, fährt Koch fort. Perspektivisch müsse zudem dringend über eine Ausweitung der Kapazitäten in Sachsen, wie auch bundesweit nachgedacht werden.

„Die Pharmazie in Leipzig wird definitiv keine Außenstelle der Martin-Luther-Universität. Das werden die sächsischen Apotheker nicht akzeptieren“, macht Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer deutlich. „Es muss vielmehr klar festgelegt werden, dass diese mögliche Partnerschaft auf Augenhöhe stattfindet, was bedeutet, Sachsen wird auch weiterhin in die Gestaltung der Ausbildungsinhalte wie auch bei der Abnahme des 3. Staatsexamens aktiv eingebunden. Nur so können wir die aktuell hohe Qualität des Pharmaziestudiums in Sachsen sichern.“

 

Ansprechpartner Sächsischer Apothekerverband e. V.:

Dr. Kathrin Quellmalz
Tel. 0341-3365244
Email: quellmalz@sav-net.de

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