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600 Jahre Apothekengeschichte in 1000 Jahren Leipzig

Teil I - Löwen-Apotheke - 1409  

     
Mit der Gründung der Universität Leipzig beginnt wahrscheinlich auch die Apothekengeschichte der Stadt. Die urkundlich erste Erwähnung einer Apotheke – am Markt – erfolgt 1425, als „Hugo appoteker“ das Haus kauft.
Im Laufe der Jahrhunderte waren es vor allem fünf Familien, die als Löwenapotheker prägend wirkten. Möglicherweise verwandt mit dem Prager Apothekengründer Hutter war Johann Stamm, der eine Walpurgis Hutter heirate und als Johannes Apotecarius lange in der Löwenapotheke wirkte. Nach Stamms Tod bestimmte etwa ein Jahrhundert – Mitte 15. bis Mitte 16. Jh. – die einflussreiche Ratsfamilie Hutter die Geschicke der Löwenapotheke.
Das folgende Jahrhundert ist geprägt von der Familie Belagk-Walpurger-Weidmann. Der Apotheker Elias Weidmann setzte die Stiftung der so genannten „Eisernen Kuh“ in Höhe von 1000 Gulden aus, die noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf der Apotheke ruhte. Demnach mussten die Löwenapotheker für die kommenden Zeiten an jedem ersten Feiertage der drei großen kirchlichen Feste je 12 Gulden unter den Armen der Stadt verteilen. Auch die Thomasschule wurde bedacht: sie erhielt „einen Schöps oder Kalb in die Tische der Knaben eingetheilet, 10 Pfund gut Aepffel oder ein guter Hiersen, 12 Groschen Semmel und vor 8 Groschen Schicht-Brodt, wie auch vor 12 Groschen Bier.
Mit dem aus Danzig stammenden Heinrich Linck bricht für die Löwenapotheke eine neue, sicher die strahlendste Zeit an – wiederum mehr als ein ganzes Jahrhundert geprägt durch eine Familie. Bereits vor der Apothekenübernahme legt Heinrich Linck 1670 den Grundstein zu dem später weltberühmten Linck’schen Kunst- und Naturalienkabinett, das von seinem Sohn und seinem Enkel weitergeführt und zu einer beachtlichen Sammlung ausgebaut wird. Diese Sammeltätigkeit ist begleitet von zahlreichen wissenschaftlichen Forschungen und Schriften.
1866 erwarb Carl Gottlieb Loessner die Löwen-Apotheke, der mit seinem Sohn die Firma C. G. Loessner & Sohn, eine „von allen Brunnenverwaltungen anerkannte Großhandlung natürlicher Mineralwässer und Quellenprodukte“, gründete. Sein Sohn Dr. Carl Otto Linné Loessner gründete 1883 den „Leipziger Apothekerverein“; der Enkel, Dr. Fritz Linné Loesser führte die Apotheke ab 1913 bis zur Verstaatlichung 1953.
Die Löwenapotheke wurde 1943 zerstört und 1945 in der Grimmaischen Sraße 13–15 neu eröffnet. Im Jahr 1979 wurde sei als Bezirksapotheke dem Rat des Bezirkes Leipzig unterstellt. Im Jahr 1983 erhielt sie einen Neubau in der Grimmaischen Straße 19.

 

 

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Die Löwen-Apotheke zur Einweihung des damals hochmodernen Pharmazeutischen Zentrums  in der Grimmaischen Straße 19, 1983.

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