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Pressemeldung

13. Sächsischer Apothekertag geht mit deutlichen politischen Signalen zu Ende – Arzneimittelinitiative in Sachsen und Thüringen auf gutem Weg

20. April 2015

Umgeben von Leipziger Industriekultur fand am 18. und 19. April der 13. Sächsische Apothekertag in der Konsumzentrale im aufstrebenden Leipziger Stadtteil Plagwitz statt. Der Apothekertag, gemeinsam veranstaltet von der Sächsischen Landesapothekerkammer, dem Sächsischen Apothekerverband e.V. und der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft Landesgruppe Sachsen, lieferte neben anspruchsvoller Fortbildung auch deutliche politische Signale.

 

Nach Grußworten der Konsumgenossenschaft Leipzig und des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz umriss Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer, in seinem Festvortrag „Die Route wird berechnet“ – Wege und Umwege zur Apotheke 2030 die gegenwärtigen berufspolitischen Ziele der Apothekerschaft, gab aber auch Denkanstöße, wie sich Expertenwissen und Expertentum durch den Prozess der Digitalisierung verändern werden und welche Strategien des Umgangs mit diesem Prozess der Berufsstand hierfür entwickeln kann.

 

Höhepunkt des politischen Teils des Apothekertages war eine Podiumsdiskussion, auf der aus Sicht von Ärzten, Apothekern, Krankenkassen und Patienten der gegenwärtige Stand, die Erfolge und Probleme der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) dargestellt werden sollten. Es gelang den Organisatoren hierfür Vertreter der sächsischen ARMIN-Akteure zu gewinnen; es diskutierten Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Monika Koch, Sächsischer Apothekerverband e. V., Dr. Ulf Maywald, AOK PLUS und Matthias Kahnt, Unabhängige Patientenberatung Deutschland. Die Diskussion wurde durch Dr. Katrin Bräutigam, Geschäftsführerin der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, moderiert.

 

Zuhörer, die in dieser Runde vielleicht mit einer Auseinandersetzung zwischen Ärzten und Apothekern zu ARMIN gerechnet hatten, wurden enttäuscht: Die Diskussion machte ein klares Bekenntnis aller Vertragspartner zur Fortsetzung der Initiative deutlich. Aktuell nehmen in Sachsen 167 Ärzte und 430 Apotheken an ARMIN teil. Aus Sicht von Dr. Heckemann stellt vor allem das ARMIN-Modul der Wirkstoffverordnung eine sinnvolle und dringend erforderliche Alternative zur Versorgung der Patienten mit häufig wechselnden Rabattarzneimitteln dar. Nach Einschätzung von Monika Koch haben sich in letzter Zeit vor allem technische Probleme, wie die sichere IT-Einbindung aller Vertragspartner und die datengeschützte Kommunikation untereinander, als sehr aufwendig erwiesen. Man sei hier aber auf einem guten Weg. Somit stehen dem Start des dritten ARMIN-Moduls, dem Medikationsmanagement, keine wesentlichen Schwierigkeiten mehr entgegen.

 

Apotheker sind Arzneimittelfachleute, die sich regelmäßig und qualitativ hochwertig fortbilden, um ihre Patienten stets über neue Therapien und Medikamente informieren und beraten zu können. Eingebettet in diesen Apothekertag war deshalb ein Fachkongress zum Thema „Eine wahre Herzensangelegenheit – Arzneimitteltherapiesicherheit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen“. Den Kongress besuchten über 300 sächsische Apothekerinnen und Apotheker, Pharmazieingenieure und Pharmazeutisch-technische Assistenten sowie weitere Gäste aus dem Bundesgebiet und befreundeten ausländischen Kammern.

 

Auch viele Studenten des Institutes für Pharmazie der Universität Leipzig waren der Einladung zum Sächsischen Apothekertag gefolgt. Sie äußerten wiederholt ihren Unmut über die Hinhaltetaktik der Universitätsleitung zum Fortbestand des Pharmazeutischen Instituts in Leipzig und forderten, gemeinsam mit Apothekerkammer, Apothekerverband und Pharmazeutischer Gesellschaft, die Universität Leipzig nochmals auf, sich klar und eindeutig zu einer Weiterexistenz des Pharmazeutischen Instituts zu bekennen. Damit das Institut eine belastbare Perspektive hat, ist vor allem die Wiederbesetzung der freien Professorenstellen erforderlich. Die sächsischen Apothekerinnen und Apotheker werden hier in ihren Forderungen gegenüber Universität und Politik nicht nachlassen.

 

Hinweis an die Redaktionen:
Die Sächsische Landesapothekerkammer nimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die beruflichen Belange von rund 2.700 Apothekerinnen und Apotheker wahr. Sie ist die Standesvertretung aller Apothekerinnen und Apotheker in Sachsen.
Der Sächsische Apothekerverband e. V. ist Vertragspartner für die Arzneimittelversorgung mit den gesetzlichen Krankenkassen.

Kontakt:

Sächsische Landesapothekerkammer, Pillnitzer Landstr. 10, 01326 Dresden
Ansprechpartner: Solveig Wolf, Tel.: 0351/263 93 214, E-Mail: s.wolf@slak.de

Sächsischer Apothekerverband e. V., Thomaskirchhof 12, 04109 Leipzig
Ansprechpartner: Dr. Kathrin Quellmalz, Tel.: 0341/336 52 44,  E-Mail: quellmalz@sav-net.de

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